Triumph ST 1050

"Drei, drei, drei sind alle schönen Dinge,
drei, drei, drei ist alles was ich mag"
So oder so ähnlich wird man wohl bei Triumph geträllert haben, als die neue ST1050 die Werkstore verlassen hat. Und was hat die deutsche Motorrad-Presse nicht für wunderbare Wortspiele gefunden: "DREIeinigkeit", "DREIfaltigkeit", "äußerst DREIst", "very DREI", und unzählige andere. Aber so falsch liegt man nicht, denn alles, bis auf die Anzahl der Räder, ist quasi mit der beinahe mystisch wirkenden Repetition der Zahl "DREI" verbunden. Anzahl der Zylinder - drei, Schweinwerfer - auch drei, Endrohre - schon wieder drei, Armaturen - was schon: drei, Knöpfe des Bordcomputers - ebenfalls drei.
Normalerweise sind Wiederholungen lähmend langweilig. Hier ist es aber nicht so. Man brennt quasi darauf zu entdecken, wo noch die Zahl drei versteckt sein könnte.
Nach einer kurzen Anleitung bezüglich der Bedienung von Cheffe persönlich kann ich mich gleich an eine Besonderheit von Triumph gewöhnen - Starten nur mit gezogener Kupplung. Naja, meinetwegen. Wer schon mal versucht hat von einem geparktem Saab den Zündschlüssel abzuziehen weiß was umständlich ist...
Auch hier ist mein erster Test der Kreisel gleich am Anfang der Strecke. Das Einlenkverhalten ist nicht ganz so radikal wie z.B. bei der Superduke. Träge ist sie trotzdem nicht. Auf der Landstraße zeigt sie ihr wahres Potential. Schnelle Kurven, langsame Kurven, sogar enge Kehren - kein Problem. Der Dreizylinder zieht ab gut über Standgas sauber hoch, kein Kettenschlagen oder ähnliche Anwandlungen, die die Freunde von Lack und Leder begeistern könnten. Sie liegt immer satt auf der Straße. Selbst hartes Zusammenbremsen, bei den Stoppern ohne jedwede Anstrengung, lässt noch genügend Federweg. Sportlich straff nennt man das glaube ich. Ich meine: passt genau. Auf jeden Fall ist das Fahrwerk nicht so stramm, dass die Bandscheiben in ihrer wesentlichen Funktion beeinträchtigt werden könnten.
Und dann dieser Sound. Schlürfen, Kreischen, Schreien. Wieso bekommen die Münchner das nicht hin. Bei meiner Q heißt es dann entsprechend: hüsteln, flüstern, surren - gähn. Man kann so etwas ab Werk erwarten - PUNKT. Genauso wie Qualität, interessantes Design und intelligente Details. All dies hat die ST parat.
Zurück beim Händler erfahre ist, dass es die ST ab Mitte 2005 auch mit ABS geben soll. Das wäre für mich bei einem ansonst sehr guten Motorrad der entscheidende Kaufgrund - Mist :-) Der Service steht der Qualität des Motorrads im Übrigen nicht im Geringsten nach. Ich denke eine Steigerung wäre nur noch möglich gewesen, wenn 10 leicht bekleidete Strandschönheiten mich auf einer Sänfte zum und vom Mopped gebracht hätten.
Tja, stellt sich nun noch die Frage, wie es bei der FHMQWW aussieht. In Anbetracht der Stimmigkeit von allen Komponenten gibt es guten Gewissens 9 von 10 Punkten.
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